Auf die Promis, fertig, los!
Veröffentlicht von Administrator
Wer sich seine Brötchen mehr oder weniger erfolgreich als Paparazzo verdient, der steht sich im Moment so richtig im Hals. Schuld ist - wer hätte es anders erwartet - mal wieder die Bild. Die beförderten ihre Leser nämlich kurzerhand zu “Leser-Reportern” und stacheln sie seit Wochen auf, Prominente und die, die sich dafür halten, mit der Kamera in möglichst jeder Lebenslage auf den Chip zu bannen. Auch Unfälle, persönliche Schicksalsschläge, Peinlichkeiten oder Kuriositäten werden gerne genommen. Auf die Qualitität der Bilder wird übrigens kein gesteigerter Wert gelegt, das Handy reicht für die Dokumentation durchaus. Wer es mit seinem Bildchen bis ins Blatt schafft, wird mit satten 500 Euro belohnt.
Was Bild verschweigt, sind mögliche juristische Folgen für den Paparazzo im Einsatz. Ganz zu schweigen vom blauen Auge, das man sich dabei schnell mal abholt. Wer will, kann jetzt noch in die Themen “Recht am eigenen Bild” oder “Schutz der Privatspäre” einsteigen. Will ich mir aber hier mal sparen.
Fakt ist: Bild schickt ihre Leser in den Sumpf und lässt sie dort den dreckigsten Teil ihres fragwürdigen Journalismus erledigen. Dass die Leser im Zweifelsfall im Regen stehen bleiben, steht wohl ausser Frage, oder? Pfui, Bild!
Weitere Informationen gibt es beim ZDF oder im Bild-Blog.
11. April 2007 at 18:27
[…] Wer Fotos von Promis macht, kann diese bedenkenlos veröffentlichen. Bei Personen der Zeitgeschichte muss das Recht am eigenen Bild zurückstehen. Das ist die weit verbreitete Meinung vieler Fotografen – egal, ob Amateur oder Profi. Diese Rechtsauffassung, die lange auch von Gerichten vertreten wurde, scheint zu bröckeln. Darauf deutet zumindest dieser juristische Aufsatz hin, den ich eben zufällig gefunden habe. Spontan gefällt mir die Idee, Fotos ohne inhaltlichen Hintergrund oder Zusammenhang anders zu beurteilen als solche, die echte Informationen dokumentieren. Vielleicht ist das auch ein Mittel gegen die neue Welle der so genannten Leser-Reporter. Sorgen mache ich mir um die Pressefreiheit. Neben den vielen aus Unsicherheit nicht gemachten Bildern sehe ich langwierige juristische Streitereien kommen. Und echte oder Pseudo-Promis, die sich in Verkennung der Rechtslage auf Rechte berufen, die sie gar nicht haben. Zumindest für die Profis unter den Fotografen wird es nicht einfacher. […]
24. Juli 2007 at 23:16
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